Kapitaldienstfähigkeit

Die Kapitaldienstfähigkeit ist eine Messgröße im Kreditgeschäft, nach der unter anderem die Kreditwürdigkeit eines Kreditinteressenten berechnet wird. Mit der Kapitaldienstfähigkeit messen Kreditinstitute ihr Kreditrisiko für einen Antragsteller. Das Kreditinstitut erkennt daran, ob alle Verbindlichkeiten vollständig und termingerecht bezahlt werden können. Die Prüfung auf Kapitaldienstfähigkeit ist somit eine Prognose und stützt sich auf den Kapitaldienst und die Kapitaldienstgrenze.

Kapitaldienst

Der Kapitaldienst setzt sich aus der Summe aller Zinsaufwendungen und den Tilgungsraten zusammen. Der Zinsaufwand besteht aus den Schuldzinsen, den Zinsnebenkosten und den Kreditvermittlungsgebühren. Etwa vorhandene Ansparleistungen wie Sparguthaben, Bausparverträge, Rentenversicherungen oder Kapitallebensversicherungen werden in den Kapitaldienst mit eingerechnet. Bei Privatpersonen addieren die Kreditinstitute alle Arbeitseinkommen, weitere Einkünfte sowie feste Kapital- und Zinserträge eines Haushaltes. Davon ziehen sie die regelmäßigen Ausgaben dieses Haushaltes ab. Der Restbetrag entspricht dem Kapitaldienst.

Kapitaldienstgrenze

Die Kapitaldienstgrenze findet vor allem bei Unternehmen und Körperschaften Eingang in die Prüfung der Kapitaldienstfähigkeit. Sie stützt sich auf berechnete Stressfaktoren wie Umsatzeinbußen, Kostensteigerungen oder Zinssteigerungen. Weiteren Einfluss auf die Kapitaldienstgrenze haben vor allem die Kreditlaufzeit, die Zinssätze, die Besteuerung sowie Abschreibungsmöglichkeiten.