Überziehungskredit

Minus auf dem Girokonto

Von einem Überziehungskredit ist die Rede, wenn das Girokonto mit einer Buchung belastet wird, obwohl die tatsächliche Deckung nicht mehr ausreicht. Durch die Buchung (meistens Lastschrift, seltener Überweisung) befindet sich der Girokontostand entweder im Minusbereich, ohne dass ein Dispositionskredit besteht, oder der Kontostand überschreitet den gewährten Dispositionskredit. Die betreffende Sparkasse oder Bank duldet die Überziehung des Kontos bzw. des Kontolimits, daher der Begriff „Überziehungskredit“.

Unterschied zum Dispositionskredit

Der Überziehungskredit wird in der Regel nicht vereinbart, wie dies beim Dispositionskredit üblich ist. Die Bank prüft im Einzelfall die Deckung des Girokontos sowie die vorliegende Buchung und entscheidet dann individuell, ob ein Überziehungskredit kurzfristig gewährt wird - also die Buchung erfolgt. Die Entscheidung ist spezifisch und ohne Zweifel abhängig vom jeweiligen Kunden und dessen wirtschaftlichen Verhältnissen. Auch gibt es für gewöhnlich interne Grenzen bezüglich der Höhe der Überziehung. Ein Anrecht auf diesen Kredit hat der Geschäftspartner nicht. Für die geduldete Überziehung verlangt das Kreditinstitut Zinsen. Diese Überziehungszinsen sind normalerweise deutlich höher als die Zinsen für einen Dispositionskredit und können bis zu 19 Prozent und mehr betragen.

Kurzfristiges Kapital

Der Überziehungskredit dient nur zur kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen. Die im Vergleich hohen Überziehungszinsen sind ein Grund hierfür. Andererseits handelt es sich lediglich um eine Duldung durch die Bank oder Sparkasse, die jederzeit enden kann.