Apple Pay startet

Wer iOS 10 und den Safari-Browser nutzt, kann seit Herbst 2016 auch in Europa im Web Rechnungen über Apples Bezahldienst begleichen - nur noch nicht in Deutschland (Stand: Mitte Oktober 2016). Der Konzern schiebt derzeit einen großflächigen Rollout an und möchte mittelfristig PayPal übertrumpfen.
Apple Pay startet

Apple Pay startet in DeutschlandApple Pay startet in Deutschland

Apple Pay im Web

An Apple Pay arbeitete der Konzern schon länger, vorgestellt wurde das Zahlsystem erstmals auf einer Pressekonferenz im September 2014. Über die App Passbook soll ein Fingertipp auf das iPhone genügen, schon länger funktionierte das bei Tickets und Bordkarten. Der Kurzstreckenfunk NFC wurde genutzt, auch einen Fingerabdruckscanner namens Touch-ID gab es schon lange. Nun dehnt Apple dieses System ins Web aus, seit iOS 10 erschienen ist. Der Bezahldienst funktioniert aber nur in einigen Regionen und noch nicht in Deutschland, auch beteiligen sich Unternehmen bislang nur punktuell. Unter anderem sind Wayfair (Möbel), Shopify, Strip, Big Commerce (alles E-Commerce-Dienstleister) sowie Time Inc. (Zeitschriften) mit an Bord. Wer nun iOS 10 geladen hat, kann den neuen Service im Safari Browser nutzen. Apple Pay taucht dann beim Onlineshopping als weitere Möglichkeit neben PayPal oder Kreditkarte auf. Es öffnet sich ein Apple-Pay-Fenster, das den Nutzer auffordert, den Finger auf den Touch-ID-Sensor zu legen und damit den Kauf zu bestätigen. Die Apple-Pay-Liste zeigt anschließend die Bezahlung bei der angewendeten Kreditkarte an. Seit dem 20. September 2016 funktioniert das System mit macOS Sierra auch auf dem Mac. Allerdings ist ein iPhone zur Bestätigung nötig, auf dem die Apple-Pay-Kreditkarte hinterlegt sein muss – der Rechner hat schließlich keinen Touch-ID-Sensor. Eine Apple Watch mit Apple Pay wird es wohl auch bald geben.

Konkurrenz zu PayPal

Im Internet möchte Apple mit Apple Pay eine echte Alternative zu PayPal anbieten. Doch hierzu ist technisch noch einige Vorarbeit nötig, denn bislang ist nicht einmal klar, wie das System auf anderen Browsern funktioniert. Chrome wäre ein guter Kandidat, diesen Browser verwenden auch einige Mac-Nutzer sehr gern. Bislang dominiert jedoch Safari im iOS-Bereich. Auch müsste der Dienst flächendeckend zur Verfügung stehen. Dass Deutschland bislang noch außen vor bleibt, halten Experten für fragwürdig, denn es handelt sich um den vielleicht wichtigsten europäischen Markt. Immerhin gibt es Apple Pay schon in der Schweiz und in Frankreich. Eine Ankündigung von Apple zu Deutschland gibt es bis Mitte Oktober 2016 nicht, aber in Japan soll es den Dienst demnächst geben. Das hat wohl auch technische Gründe: In Japan werden beispielsweise spezielle NFC-Verfahren (Felica) unterstützt. Damit können die Japaner Fahrkarten buchen. Selbst in Russland gibt es schon Apple Pay, was die Frage aufwirft, wieso deutsche Nutzer so lange warten sollen. In den USA war Apple Pay im Oktober 2014 gestartet. Die deutschen Banken haben über ihre Vertreter ein vorsichtiges Statement zur Einführung hierzulande abgegeben: Apple selbst bremse die Verbreitung in Deutschland, hieß es da. Wer aber als Deutscher eine ausländische Kreditkarte nutzt, kann jetzt schon mit Apple Pay bezahlen: Der Service ist nämlich zu PayPass und PayWave kompatibel. Zurück zu News