Alles, was Sie über Kredit­kartenarten und Abbuchungszeiträume wissen müssen
Kreditkarten sind inzwischen so beliebt geworden, dass kaum noch jemand auf sie verzichten möchte. Allerdings wissen viele Menschen dennoch nicht so genau, mit welcher Art von Kreditkarte sie es eigentlich zu tun haben. Der folgende Artikel soll einen besseren Überblick über die einzelnen Kreditkartenarten sowie die verschiedenen Formen der Abbuchung ermöglichen.
von Charlotte Ruzanski
Verschiedene Kreditkarten bieten unterschiedliche Abrechnungsarten
© Poike / iStock

Credit Cards, Charge Cards, Debitkarten & Co.: Welche Kreditkarte habe ich und wie funktioniert die Abbuchung?

Es gibt verschiedene Kreditkartenarten, die sich vor allem hinsichtlich der Abbuchung unterscheiden. Prinzipiell gibt es vier Kreditkartenarten:

Eigenschaften Chargecard Debit Card Revolving Card Prepaid Kreditkarte
Verfügungsrahmen Ein bis drei Monatsgehälter Je nach Guthaben auf Girokonto Abhängig vom Einkommen Je nach Guthaben
Abrechnung Monatlich Sofort Monatlich Sofort
Zahlungsziel 4 bis 6 Wochen Sofort Monatlich / In Raten Sofort
Zahlung In einem Betrag In einem Betrag In Teilbeträgen möglich In einem Betrag
Besonderheiten Meist mit Girokonto zusammen Nur mit Girokonto möglich Hohe Sollzinsen bei Teilrückzahlung Muss aufgeladen werden

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über alle wichtigen Informationen zu den verschiedenen Kreditkartentypen sowie Links zu weiteren Details.

Die Credit Card: Monatliche Abbuchungen sowie Ratenzahlung möglich

Bei einer Credit Card handelt es sich um die „echte“ – auch revolvierende – Kreditkarte. Im Grunde funktioniert die Abrechnung hier ähnlich wie bei der Charge Card. Einen Monat lang werden die einzelnen Umsätze angesammelt und der Kunde bekommt ein zinsfreies Zahlungsziel von (üblicherweise) vier Wochen – je nach Anbieter kann dieses Zahlungsziel auch länger ausfallen. Nun können Inhaber einer echten Kreditkarte nach Ablauf dieser Zeitspanne auswählen, ob sie die geschuldete Summe auf einmal oder aber in Teilbeträgen zurückzahlen möchten. Entscheidet man sich für letztere Option, fallen Zinsen an, die prozentual vom ausstehenden Betrag berechnet werden. Der Prozentsatz dieser Sollzinsen ist variabel und verändert sich auch innerhalb eines Kreditinstitutes von Zeit zu Zeit. Es handelt sich bei einem solchen Kredit um einen flexibleren als den Ratenkredit.

Hier wird von einem revolvierenden (wiederholenden) Kredit gesprochen, weil der Rahmenkredit mit Teilzahlungsfunktion immer wieder in Anspruch genommen werden kann. Und zwar auch dann, wenn vollständige oder halbe Tilgungen zwischen den verschiedenen Kreditaufnahmen stattgefunden haben.

Aufgrund der Möglichkeit einer Teilzahlung werden Credit Cards lediglich an Personen ohne Schufa-Einträge vergeben, die über eine gute Bonität und ein regelmäßiges Einkommen verfügen. Für Kunden, die ein unregelmäßiges Einkommen haben oder für Schüler und Studenten eignen sich Prepaid- oder Debitkarten in den meisten Fällen besser.

Die Charge Card: Monatliche Abbuchung der gesammelten Beträge

In Deutschland ist die Charge Card am weitesten verbreitet – die meisten Mastercards sind sogenannte Charge Cards. Hier erstellt der Herausgeber der Kreditkarte einmal pro Monat eine Rechnung und bucht den Betrag, für den man mit der Kreditkarte eingekauft hat, per Lastschrift vom Konto ab. Durch diese zeitliche Verzögerung von bis zu vier Wochen erhält man sozusagen einen kostenfreien Kredit für diesen Zeitraum und kann schon Einkäufe tätigen, obwohl das Konto noch nicht genügend Geld aufweist. Solange das Konto am Ende des Monats beziehungsweise am Tag des Rechnungsausgleiches gedeckt ist und der ausstehende Betrag komplett ausgeglichen werden kann, fallen keine Kosten für den in Anspruch genommenen Kredit an. Das ist einerseits sehr praktisch, allerdings sollte man sich auch dessen bewusst sein, dass die im entsprechenden Monat ausgegebenen Beträge spätestens vier Wochen später eingezogen werden – egal, ob das Konto den Betrag hergibt oder nicht.

Im Gegensatz zu den Credit Cards ist es bei einer Charge Card im Normalfall nicht möglich, die Kreditsumme, die man der Bank am Ende des Monats schuldet, in Raten abzuzahlen: Sie wird auf einmal und vollständig eingezogen. Unter Umständen ist allerdings eine Vertragsänderung nötig. Häufig kann man schon beim Abschluss von einem Kreditkartenvertrag mit der jeweiligen Bank wählen, ob man eine Charge Card oder eine Credit Card bevorzugt.

Prepaid Kreditkarten: Hier muss das Kreditkartenkonto vorher aufgeladen werden

Verschiedene Kreditkartenarten passen zu unterschiedlichen Gewohnheiten
Verschiedene Kreditkartenarten passen zu unterschiedlichen Gewohnheiten
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Bei der Prepaid Kreditkarte handelt es sich um keine „echte“ Kreditkarte. Sie kann nur dann genutzt werden, wenn man das Kartenkonto vorher mit Geld aufgeladen hat. Das Prepaid-System funktioniert also ganz ähnlich wie das Aufladen des Handys mit Guthaben: Solange sich Geld auf dem Kartenkonto befindet, kann damit bezahlt werden. Ist die Karte nicht mit Guthaben aufgeladen, kann sie bis zur nächsten Aufladung nicht mehr genutzt werden.

Als Schüler, Student oder auch als Person mit unregelmäßigem Einkommen hat man häufig nicht die Möglichkeit, eine Kreditkarte zu beantragen. Hier ist die Prepaid Kreditkarte eine gute Lösung: Sie bietet einerseits einen guten Kostenüberblick, da lediglich ausgegeben werden kann, was vorher einbezahlt wurde. Gleichzeitig besteht nicht das Risiko, sich unbemerkt zu verschulden oder mehr auszugeben, als man eigentlich möchte. Darüber hinaus ist das Risiko eines Missbrauches geringer – wird die Karte gestohlen, kann höchstens der Betrag verloren gehen, der sich auf der Karte befindet. Das macht die Prepaid Karte zu einem sehr sicheren Zahlungsmittel.

Die Debit Card: Ausgaben werden sofort vom Konto abgebucht

Möchten Sie mit einer Debitkarte (oder auch EC-Karte) beim Einkaufen bargeldlos bezahlen oder eine Dienstleistung buchen, wird der fällige Betrag umgehend oder zeitnah vom zugehörigen Girokonto oder dem angegebenen Referenzkonto eingezogen. Bis auf den Kredit, der bei Debit Karten nicht gegeben ist, können Karteninhaber über alle Funktionen verfügen, die auch eine „echte“ Kreditkarte bietet: Bargeld abheben, bargeldlose Zahlungen sowie den Einsatz beim Online-Shopping. Debit Kreditkarten werden nicht als separates Produkt herausgegeben, sondern ist immer an ein Girokonto gekoppelt. Sie eignet sich für jeden, der seine Kontoaktivitäten immer im Blick behalten möchte.

Wichtig bei allen Arten von Kreditkarten

Egal, ob „echte“ Kreditkarte, Charge Card, Prepaid Kreditkarte oder Debitkarte – man sollte die Abrechnungen stets genau prüfen und originale Belege nicht sofort vernichten. In der Kreditkartenabrechnung sind sämtliche Abbuchungen und Gutschriften sowie alle angefallenen Gebühren, wie beispielsweise für den Einsatz im Ausland, enthalten. Auch Umrechnungskurse für Fremdwährungen werden hier übersichtlich aufgeführt.

Sollte man auf seiner Abrechnung irgendwelche Ungereimtheiten entdecken oder bemerken, dass Abbuchungen vorgenommen wurden, die nicht selbst getätigt wurden, so muss man sich unverzüglich an die Bank bzw. den Kartenherausgeber wenden. Besser ist es, direkt schriftlich gegen die Abbuchung Einspruch einzulegen. Die Frist beträgt allerdings lediglich vier bis sechs Wochen nach dem Eingang der letzten Abbuchung.

Fazit zu den Kreditkarten-Arten

Kreditkarten vergleichen und die passende finden
Es gibt verschiedene Kreditkartenarten mit unterschiedlichen Abbuchungsformen
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Wer sich eine Kreditkarte zulegen möchte, sollte im Vorhinein gut abwägen, welche Kreditkartenart zu den eigenen Gewohnheiten und Ansprüchen passt. Kreditkarten unterscheiden sich nämlich nicht nur anhand der Zusatzleistungen, Konditionen oder Anbieter, sondern auch hinsichtlich der Art, wie der Karteninhaber Zahlungen tätigt.

Einen tatsächlichen Kredit bekommt man nur bei einer Credit oder Charge Card. Inhaber einer Prepaid oder Debit Card können keinen Rahmenkredit in Anspruch nehmen und haben nicht die Möglichkeit, einen ausstehenden Betrag in Teilzahlungen zu tilgen. Für viele ist das jedoch ein Pluspunkt, da somit der Überblick über die Kontobewegungen beziehungsweise über ausgegebene Beträge einfacher ist.

In anderen Fällen ist eine echte Kreditkarte jedoch von Vorteil. Beispielsweise dann, wenn die Karte als Sicherheit hinterlegt werden muss, wie es bei Mietwagenhändlern oder in manchen Hotels oftmals der Fall ist. Um sich gegen eventuelle Schäden abzusichern, kann das Unternehmen einen festen Betrag auf der Kreditkarte blockieren, der erst dann wieder freigeschaltet wird, wenn der Mietwagen wieder abgegeben oder das Hotelzimmer verlassen wurde. Diese Funktion ist bei einer Prepaid oder Debit Karte nicht möglich. Wer also häufig verreist oder einen Mietwagen bucht, für den lohnt sich eine Credit oder Charge Card.

Um die perfekte Kreditkarte zu finden, sollte unbedingt ein Kreditkartenvergleich durchgeführt werden. Hierbei können Interessenten ganz individuell einstellen, welche Funktionen eine Karte haben soll, welchen Anbieter sie bevorzugen, welche Zusatzleistungen enthalten sein sollten und auch, welche Kreditkartenart in Frage kommt. Unser Vergleich filtert anschließend die Angebote heraus, die alle gewünschten Kriterien erfüllen – einfach, schnell, und kostenlos.

Häufige Fragen

Kreditkarten lassen sich in vier Kategorien aufteilen. Zuerst kommen die herkömmlichen Kreditkarten – sogenannte Charge Cards. Diese gewähren einen Kreditrahmen, der genutzte Umsatz wird dann zum Monatsende per Rechnung oder über ein Referenzkonto wieder ausgeglichen. Dann gibt es Revolving Kreditkarten – diese sind grundsätzlich aufgebaut wie Charge Cards, mit dem Unterschied, dass der monatliche Umsatz auch in Raten zurückgezahlt werden kann. Bei der Nutzung von Debitkarten, der dritten Kategorie, wird das ausgegebene Geld direkt vom mit der Karte verknüpften Girokonto abgebucht. Bei Prepaid-Kreditkarten wird der Umsatz ebenfalls direkt abgebucht, aber Kunden nutzen trotzdem die Vorteile einer herkömmlichen Kreditkarte – bis auf den Kreditrahmen, der bei Prepaid Karten eher selten gewährt wird.

Welche Kreditkarte sich am besten für Ihre Bedürfnisse eignet, kann nicht pauschal gesagt werden. Wenn Sie sich alle Kreditkartentypen genau angeschaut haben, sollten Sie abwägen: Wie ist es um Ihre Bonität bestellt, wie häufig möchten Sie die Karte nutzen, welche Leistungen erwarten Sie von der Karte, ist Ihnen Flexibilität wichtiger oder jederzeit die volle Kostenkontrolle zu haben.. Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, welcher Kartentyp sich am besten eignet.

Die verschiedenen Kartentypen werden hauptsächlich anhand der unterschiedlichen Abrechnungssysteme klassifiziert. Diese sehen wie folgt aus:

  • Charge Cards: Gesammelte Abrechnung der Umsätze zum Monatsende. Das Geld wird entweder vom Referenzkonto abgebucht oder muss von Ihnen per Rechnung bezahlt werden.
  • Revolving Cards: Die Umsätze am Monatsende können in Raten aufgeteilt und so flexibel zurückgezahlt werden. Oft ist hier eine Mindesthöhe der Raten vorgegeben. Durch die erhöhten Zinsen kann diese Abrechnungsart bei häufiger Inanspruchnahme schnell teuer werden.
  • Debitkarten: Der Umsatz wird direkt vom verknüpften Girokonto abgebucht. Kunden genießen nicht die zusätzlichen Vorteile einer Kreditkarte, z.B. Cashback oder Versicherungen.
  • Prepaid Kreditkarten: Der Umsatz wird ebenfalls direkt vom Kartenkonto abgebucht. Hierbei handelt es sich jedoch trotzdem um Kreditkarten, die je nach Anbieter mit verschiedenen Zusatzfeatures ausgestattet sind.

Premium Kreditkarten sind Karten, die als „Gold“, „Platin“, „Ultimate“ oder ähnliches bezeichnet werden. Diese Karten kommen mit einem erhöhten Jahresbeitrag einher, bieten dafür aber auch erhebliche Zusatzfunktionen im Vergleich zu den Standard Kreditkarten. Mit einer Premium Kreditkarte erhalten Sie beispielsweise inkludierte Versicherungen, exklusive Rabatte, Zugang zu Meilen-Programmen oder Cashback. Premium Kreditkarten setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Manche eignen sich besonders zum Reisen, andere zum Shoppen, Tanken etc. Eine Reisekreditkarte lohnt sich also dann, wenn Sie ohnehin häufig unterwegs sind, viel fliegen und oft in Hotels übernachten.

Über die Autorin
Charlotte Ruzanski
Charlotte Ruzanski hat nach ihrem Bachelor-Studium der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft / Skandinavistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau im Sommersemester 2013 ihren Master der allgemeinen Sprachwissenschaft abgeschlossen. Seit Oktober 2013 ist sie Teil der Redaktion der qmedia GmbH.
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