Debit Kreditkarte: Alle Informationen
Während den meisten Menschen der Begriff der Kreditkarte geläufig ist, wissen weit weniger worum es sich bei einer Debitkarte handelt. Die Antwort ist dabei relativ einfach, denn fast jeder trägt eine solche Karte in seiner ganz persönlichen Brieftasche ständig bei sich. Alle Informationen zu dem Zahlungsmittel und den Unterschieden zur Kreditkarte lesen Sie in diesem Artikel.
von Charlotte Ruzanski
Die Debit Card ist ein beliebtes Zahlungsmittel in Deutschland
Die Debit Card ist ein beliebtes Zahlungsmittel in Deutschland
© jacoblund / iStock

Was ist eine Debitkarte?

Eine Debit Card oder Debit Kreditkarte wird von einer Bank oder Sparkasse herausgegeben. Dabei handelt es sich um eine Chipkarte aus Kunststoff, die zum bargeldlosen Zahlen oder für den Bargeldbezug eingesetzt werden kann. Jeder, der bei einer Bank ein Girokonto eingerichtet hat, erhält in der Regel auch eine zum Konto gehörige Debit Card ausgehändigt.

Das englische Wort Debit kann mit Soll, Lastschrift oder Belastung übersetzt werden. Der Name für die Geldkarte kommt daher, dass Beträge, die mit der Karte bezahlt oder abgehoben werden, direkt vom Konto abgezogen werden, dieses also belasten (debitieren). Darüber hinaus kann die Karte dazu genutzt werden, Rechnungen einfach und unkompliziert bargeldlos zu begleichen. Das zu dieser Debitkarte gehörige Konto wird dann mit dem zu zahlenden Betrag belastet.

Um einen Bezahlvorgang oder die Ausgabe von Bargeld auszulösen, muss dabei eine Geheimzahl (PIN) eingegeben werden. Aus Sicherheitsgründen gilt es unbedingt, diese PIN nicht mit Dritten zu teilen und sie auf keinen Fall im Geldbeutel mit sich zu tragen. Sollte die Karte jemals gestohlen werden, und die Bank kann dem Karteninhaber diese grobe Fahrlässigkeit nachweisen, müssen mögliche finanzielle Schäden vollständig selbst übernommen werden.

Alle Vorteile der Debitkarte im Überblick
  • Sehr geringe Verschuldungsgefahr
  • Kostenloser Einsatz und Bargeldbezug im Inland
  • An ein Girokonto gebunden
  • Keine Jahresgebühr
  • Wird auch ohne Bonitätsprüfung ausgegeben
  • Übersichtliche Kontoführung dank direkter Belastung bei Karteneinsatz

Die Girocard – eine Form der Debit Card

Mit Debitkarte an zahlreichen Akzeptanzsstellen bargeldlos zahlen
Mit Debitkarte an zahlreichen Akzeptanzsstellen bargeldlos zahlen
© Ridofranz / iStock

In Deutschland ist die beliebteste Art der Debit Card die sogenannte Girocard oder EC-Karte. Wie der Name bereits verrät, wird diese Bankkundenkarte zu einem Girokonto ausgegeben und ermöglicht dem Kunden den Zugriff auf das Konto – beim Bargeldbezug oder für bargeldlose Zahlungen.

Das Girocard-System gibt es nur in Deutschland. Für Transaktionen, die außerhalb Deutschlands durchgeführt werden, sind Kreditkartensysteme erforderlich, daher gehen die Banken Partnerschaften mit MasterCard und VISA ein. Das V-Pay System von VISA ermöglicht Zahlungen innerhalb Deutschlands und Europas. MasterCard bietet Kunden mit dem Maestro System die Möglichkeit, die Girocard auch außerhalb der EU in 210 Ländern und an über 13,8 Millionen Akzeptanzstellen einzusetzen.

Einsatzgebiet der Debit Card

Eine Debit Card kann als Visa-Karte oder Mastercard auch innerhalb der Euro-Zone und weltweit eingesetzt werden. Mit der Karte kann – wie mit jeder Kreditkarte auch – bargeldlos bezahlt werden. Einige Debitkarten verfügen auch bereits über die Funktion des kontaktlosen Bezahlens, was jeden Einkauf noch bequemer und schneller macht. Außerdem können die meisten Visa-Debit-Karten und Debit-Mastercards auch per Smartphone mit Google Pay oder Apple Pay verbunden werden.

Gebühren beim Einsatz einer Debit-Kreditkarte

Die Gebühr, die für den bargeldlosen Zahlungsverkehr anfällt, wird von den Händlern getragen. Anders ist es beim Bargeldbezug. Dabei können auch für den Kunden Kosten entstehen. Deshalb ist es wichtig, sich zu informieren, welchem Netzwerk für Bargeldversorgung die eigene Karte angehört. Jedes kartenherausgebende Institut kooperiert mit einem solchen Netzwerk und ermöglicht dem Kunden somit den kostenlosen Bargeldbezug – jedoch nur an den zugehörigen Automaten.

Achten Sie also im Voraus darauf, ob das Institut, dass Ihnen die Karte ausgegeben hat, dem Sparkassenverband, dem BankCard ServiceNetz, der Cash Group oder dem Cash Pool angehört. An entsprechenden Automaten kann folglich kostenlos Bargeld abgehoben werden. An anderen Automaten können für den Karteninhaber Kosten entstehen, die vom Bankinstitut nicht übernommen werden. Die Höhe der Gebühren legt die jeweilige Automatengesellschaft fest.

Unterschiede zwischen der Prepaid- und der Debitkarte

Bei der Eroeffnung eines Girokontos wird meist auch eine Girocard ausgegeben
© demaerre / iStock

Die Prepaid Kreditkarte ist der Debitkarte in einigen Punkten ähnlich: Auch sie kann zum bargeldlosen Zahlen und an Automaten zum Bargeldbezug eingesetzt werden. Wie bei der Debit Card wird auch nach dem Einsatz der Prepaid Card der entsprechende Betrag direkt vom Girokonto abgebucht, wodurch der Überblick über alle Zahlungen jederzeit gegeben ist.

Wer eine Prepaid-Karte nutzen will, muss diese jedoch erst aufladen, indem er Geld auf das Kartenkonto überweist oder einzahlt. Die Geldkarte kann nur so lange eingesetzt werden, wie sich Guthaben auf dem Konto befindet. Danach muss die Karte erneut aufgeladen werden, um sie wieder nutzen zu können.

Geringes Verschuldungsrisiko mit Debit-Karte

Mit der Debit Card ist das Verschuldungsrisiko sehr gering. Das liegt daran, dass mit einer Debit Card nur das Geld ausgegeben werden kann, dass sich auch auf dem Konto befindet. Außerdem behält man eine bessere Kostenkontrolle, da alle Ausgaben direkt vom Konto abgebucht werden.

Wer jedoch eine Dispokredit durch die Bank bewilligt bekommen hat, kann durch die Nutzung einer Debit Card in den Dispo rutschen. In einem solchen Fall muss mit sehr hohen Zinsen gerechnet werden, ein schnelles Begleichen der Schulden ist in diesem Fall besonders wichtig.

Dieses Risiko besteht bei der Nutzung von Prepaid-Kreditkarten nicht. Aus diesem Grund lohnt sich eine Prepaid-Karte besonders für junge Kunden und Personen, die auf Grund eines schlechten Schufa-Eintrags keine andere Kreditkarte ausgehändigt bekommen.

Was unterscheidet Debit- und Kreditkarte?

Der Begriff „Kreditkarte“ hat sich zu einer Art Überbegriff entwickelt – mittlerweile werden Geldkarten häufig generell als Kreditkarten bezeichnet. Dabei bietet nur die Credit Card einen tatsächlichen Kredit. Diese unterscheidet sich daher am meisten von der Debit Card. Ein wichtiger Unterschied zu Kreditkarten mit Kreditrahmen ist, dass man bei einem Zahlvorgang mit der Debitkarte keine Rechnung erhält. Das Geld wird meist in wenigen Tagen automatisch auf das Konto des Empfängers überwiesen. Das Girokonto des Karteninhabers wird also ebenfalls binnen weniger Tage mit dem Betrag belastet. Hier sollte somit ein ausreichend großes Guthaben zur Verfügung stehen, um eine ordnungsgemäße Durchführung der Zahlung zu ermöglichen.

Kreditkarte mit echtem Kreditrahmen

Bei der Kreditkarte hingegen gewährt die herausgebende Bank in der Regel einen Kredit bis zum Monatsende. Dann erhält der Kartennutzer eine Rechnung und der fällige Betrag wird vollständig vom Konto eingezogen.

Mit einer „echten“, revolvierenden Kreditkarte kann der Betrag auch in Teilzahlungen über mehrere Monate zurückgezahlt werden. Kreditinstitute legen für die Karteninhaber also Rahmenkredite fest, die sich nach deren Bonität richten und monatlich voll ausgeschöpft werden können.

Inhabern einer Debit Card wird kein Kreditrahmen gewährleistet. Sie verfügen nur über das Guthaben, das auf dem Girokonto vorhanden ist. In der Akzeptanz unterscheiden sich revolvierende Kreditkarte allerdings nicht von Debit-Kreditkarten. Allerdings bieten klassische Kreditkarten teilweise deutlich bessere Konditionen für den Auslandseinsatz an. Auch Zusatzleistungen erhalten Sie eher mit einer Credit Card.

Alle Vorteile der Debit Card

Da Personen, die eine Debitkarte besitzen, mit dieser nur über das Guthaben verfügen, das sich auf dem zugehörigen Konto befindet, ist die Verschuldungsgefahr deutlich geringer als mit einer echten Kreditkarte. Auch die direkte Abbuchung des Betrages vom Konto nach Karteneinsatz oder Bargeldbezug führt zu einer übersichtlichen Kontoführung ohne böse Überraschungen am Monatsende.

In der Regel enthalten Kunden, die ein Girokonto anlegen, die Debit Card in Form einer Girocard kostenlos dazu. Da bei Debit-Kreditkarten kein Kredit gewährt wird, sind die Vergabekriterien weniger streng als bei klassischen Kreditkarten. Zwar wird auch bei der Beantragung dieser Kartenart teilweise eine Schufa-Prüfung durchgeführt, eventuelle negative Einträge werden jedoch nicht so schwer gewichtet.

Mit einer Debitkarte können – je nach Bezahlsystem – auch außerhalb der EU Zahlungen getätigt werden. Maestro Karten sind daher besonders flexibel einsetzbar. Hier sollte der Karteninhaber sich jedoch immer vorab bei der Bank informieren, welche Konditionen für den Auslandseinsatz anfallen, da diese stark variieren können.

Fazit: Kreditkarte oder Debitkarte?

Mit Debit- und Kreditkarte sind Inhaber besonders flexibel
© Alina Indienko / iStock

Generell sind sich Debit- und Kreditkarte – zumindest aus der praktischen Sicht des Kunden – recht ähnlich. Trotzdem unterscheiden sie sich in einigen Details. Die klassische Debitkarte eignet sich generell für alle Menschen, die auch bargeldlos bezahlen, aber eine Überschulung vermeiden möchten. Wer jedoch vom Vorschuss der Bank profitieren möchte, den man mit dem Kredit einer Kreditkarte für eine begrenzte Zeit erhält, ist mit einer Kreditkarte bestens beraten.

Allgemein lässt sich sagen, dass es zudem durchaus üblich ist, neben der klassischen Debitkarte ebenfalls eine Kreditkarte für besondere Zahlungen oder für Buchungen von Hotel oder Mietwagen zu besitzen, diese Kreditkarte kann dabei auch in Form einer Debitkreditkarte vorliegen, also als Visa-Debitkarte oder Debit-Mastercard. Da die Kreditkarte ebenfalls auf das gleiche Konto abgerechnet werden kann, bleibt so auch der Überblick über sämtliche Zahlungen erhalten. Es gibt jedoch auch Kreditkarten mit separatem Kreditkartenkonto, über das die Zahlungen mit der entsprechenden Karte abgebucht werden.

Mit einer Debit Card sind Zahlungen im Inland kostenlos, an den zugehörigen Bankautomaten kann außerdem kostenlos Bargeld abgehoben werden. Wer viel reist und dort auch auf Bargeld angewiesen ist, sollte bei einem Kreditkartenvergleich darauf achten, dass die Kreditkarte gute Konditionen für den Auslandseinsatz anbietet. Außerdem bieten sogenannte Premium Kreditkarten interessante Zusatzleistungen wie Versicherungen oder Rabattfunktionen an. Mit Kreditkarten kann der Bargeldbezug im Inland dafür kostspieliger sein. Die beiden Karten gleichen sich also gut aus und stellen somit eine gute Mischung dar, die dem Kunden finanzielle Freiheit und Flexibilität verspricht.

Häufige Fragen zur Debit-Kreditkarte

Bei einer Debit Kreditkarte werden die Ausgaben, die mit der Kreditkarte vorgenommen werden, umgehend oder zeitnah vom Referenzkonto der Kreditkarte abgebucht. Anders als bei einer klassischen Kreditkarte wird bei einer Debit-Karte also kein Kreditrahmen eingeräumt, sondern die Belastung des Kontos findet sofort statt.

Bei der Zahlung mit einer Debitkarte wird das Konto sofort belastet. Wer jedoch einen Dispokredit bei seiner Bank hat, erhält auch mit einer Debitkarte einen Kredit, nämlich im Rahmen des gestatteten Dispos. Die Konditionen für diesen Kredit werden allerdings nicht vom Kreditkartenherausgeber festgelegt, sondern von der Bank, die den Dispo gestattet.

Ja. Eine Debitreditkarte wird genau wie eine revolvierende Kreditkarte akzeptiert. Mit einer Debitkarte können ebenfalls Buchungen und Reservierungen von Mietwagen und Hotelzimmern vorgenommen werden, anders als mit einer Prepaid-Kreditkarte, die bei solchen Reservierungen häufig an ihre Grenzen stößt.

Eine Debitkreditkarte bietet den Vorteil, dass Sie als Nutzer eine bessere Kostenkontrolle haben, als wenn Sie eine klassischen Kreditkarte nutzen. Da Sie mit der Debitkarte nur das Geld ausgeben können, das Sie auch auf dem Referenzkonto der Kreditkarte haben. Zumindest gilt diese Kostenkontrolle, solange Sie mit der Debit-Karte nicht auf einen Dispokredit zugreifen. Nutzen Sie mit Ihrer Debitkarte auch Ihren Dispo, können Sie genau wie mit einer revolvierenden Kreditkarte in Schwierigkeiten kommen, wenn Sie das Geld nicht zeitnah zurückzahlen. Außerdem entstehen durch Dispo-Zinsen mitunter hohe Kosten.

Über die Autorin
Charlotte Ruzanski
Charlotte Ruzanski hat nach ihrem Bachelor-Studium der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft / Skandinavistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau im Sommersemester 2013 ihren Master der allgemeinen Sprachwissenschaft abgeschlossen. Seit Oktober 2013 ist sie Teil der Redaktion der qmedia GmbH.
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