Unautorisierte Zahlungen mit der Kreditkarte lassen sich stornieren und zurückbuchen

Einmal pro Monat erhalten Kreditkarteninhaber in der Regel die Kreditkartenabrechnung. Diese sollten sie gründlich prüfen, denn trotz sehr hoher Sicherheitsvorkehrungen seitens der Bank und des Kunden kann es doch einmal zum Missbrauch der Kreditkarte kommen oder es erfolgt eine fälschliche Abbuchung. Hier erfahren Sie, wie Sie in solchen Fällen vorgehen und unrechtmäßige Zahlungen zurückerhalten.

Das Chargeback-Verfahren – so funktioniert es

Das Chargeback-Verfahren sichert den Kreditkarteninhaber gegen unrechtmäßige Kreditkartenabbuchungen ab. Das englische Wort Chargeback bedeutet übersetzt Auslgeich oder auch Ausgleichsbuchung. Stellt ein Kunde auf der Kreditkartenabrechnung fehlerhafte Zahlungen fest, kann er diese reklamieren und zurückfordern. Bei einer solchen Reklamation arbeiten folglich mehrere Parteien zusammen: Die Bank, von der Kreditkarte herausgegeben wurde, überprüft zunächst, ob die Reklamation berechtigt ist. Daraufhin wird das Chargeback-Verfahren eingeleitet.

Hierbei unterstützt die Bank den Kunden auf der einen und die Händlerbank den Händler auf der anderen Seite. Informationen und Daten zur Buchung werden zwischen den Banken ausgetauscht, um zu einer Einigung zu kommen. Im Normalfall funktioniert das Chargeback-Verfahren reibungslos. Erfolgt jedoch keine Einigung, wird das Kreditinstitut mit einbezogen – also Visa oder MasterCard.

Unrechtmäßige Zahlungen: Alles zu widerrechtlichen Kreditkartenabbuchungen

Kreditkarten sind ein sehr sicheres Zahlungsmittel. Nichtsdestotrotz kann es zu unrechtmäßigen Abbuchungen kommen, die nicht durch den Karteninhaber getätigt oder gewährt wurden. Aus diesem Grund sollte der Kunde seine Kreditkartenabrechnung immer ganz genau überprüfen. Bei auffälligen Zahlungen gilt immer: Nachprüfen und im Ernstfall stornieren. Wichtig ist dabei zu beachten, dass Abbuchungen vom Kreditkarten- oder Referenzkonto bei vielen Karten (Charge- und Credit Cards) erst einige Wochen nach dem Zahlvorgang erfolgen. Deshalb ist es immer wichtig, nachzuprüfen, wann eine Zahlung wo erfolgt ist und ob die Abbuchung wirklich durch den Karteninhaber in Auftrag gegeben wurde.

Es gibt verschiedene Gründe, um eine Zahlung zu stornieren. Nicht immer sind fehlerhafte Abbuchungen ein Zeichen für mutwilligen Missbrauch Dritter. Weitere unrechtmäßige Abbuchungen können folgendermaßen aussehen:

  •  Ein Betrag wurde in falscher Höhe vom Konto abgezogen
  •  Der Name des Händlers ist unbekannt
  •  Ein Betrag wurde doppelt vom Konto abgebucht
  •  Eine Ware wurde trotz Zahlung nicht geliefert
  •  Ein Umsatz wurde nicht vom Karteninhaber selbst durchgeführt

In all diesen Fällen sollte der Kunde sofort handeln und Kontakt zum Händler sowie der kartenausgebenden Bank aufnehmen.

Zahlung stornieren – ganz einfach in der Bank

Um eine fehlerhafte Zahlung stornieren zu lassen, ist es am einfachsten, die Bank anzusprechen, die die Kreditkarte ausgegeben hat. Direkt vor Ort oder telefonisch werden die Servicemitarbeiter informiert und können anschließend alles Weitere in die Wege leiten, um die Rücküberweisung zu veranlassen.

In der Regel wird ein Reklamationsformular ausgefüllt, das vom Inhaber der Kreditkarte unterzeichnet wird. Mit diesem Formular können die Original-Zahlungsbelege angefordert werden. Im Formular ist immer aufgeführt, welche Belege der Karteninhaber vorlegen muss, um eine Stornierung durchzuführen. Der Kunde muss nicht zwangsläufig zur Bank gehen. Bei den meisten Banken, die Online-Banking anbieten, kann eine Zahlung auch direkt online storniert werden. Oder die Website der Bank stellt den Kunden das Formular für eine Stornierung direkt zur Verfügung und sie können es elektronisch weiterleiten. Oftmals empfiehlt sich aber der persönliche Kontakt, da Sie auf diese Weise direkt zum weiteren Verfahren informiert werden können.

Ein persönlicher Berater kann dem Kunden auch erklären, welche Belege dieser vorweisen muss, um eine erfolgreiche Stornierung in die Wege zu leiten. Das kann ein Kaufbeleg, ein Dialog mit dem Händler oder auch eine Anzeige der Polizei sein. Hierbei empfiehlt es sich, nicht das originale Papier, sondern eine Kopie einzusenden. Eine Rückbuchung muss immer von der Bank eingeleitet beziehungsweise autorisiert werden.

Wann sollte die Kreditkarte gesperrt werden?

Wer eine auf der Abrechnung befindliche Zahlung stornieren lassen will, muss dafür einen Grund nennen können. Sollte die Zahlung nicht vom Inhaber der Kreditkarte veranlasst worden sein, besteht das Risiko, dass die Kreditkartendaten oder die Karte selbst gestohlen wurde. In diesem Fall muss die Kreditkarte unverzüglich gesperrt werden. Das ist auch deshalb so wichtig, weil der Kunde sich so vor weiterem Missbrauch schützt und die Haftung im Moment der Sperranzeige auf das Kreditkarteninstitut übergeht.

In anderen Fällen ist die Sperrung der Kreditkarte nicht erforderlich und bringt eher unnötigen Aufwand mit sich – für Sie und die Bank. Wenn beispielsweise eine Zahlung doppelt abgebucht wurde oder eine bestellte und mit der Karte bezahlte Ware nicht geliefert wurde, ist eine Kartensperrung überflüssig. In solchen Fällen sollten Karteninhaber Kontakt mit dem Händler und der Bank aufnehmen sowie eine Stornierung durchführen.

Es ist jedoch auch möglich, dass das Kreditinstitut eine Karte automatisch sperren lässt. Sicherheitsbeauftragte einer Bank erkennen eine Systematik bei Kreditkartenbetrug und können die Karte sperren lassen, wenn das die Sicherheit des Kunden bewahrt. So etwas geschieht nicht unbemerkt: Der Kunde wird über solche Vorgänge immer informiert und erhält eine neue Karte.

Die Stornierungsfrist beachten

Aus welchem Grund auch immer ein Karteninhaber eine Zahlung storniert, wichtig ist dabei vor allem eins: Die Reklamation einer missbräuchlichen oder fehlerhaften Abbuchung sollte immer sofort geschehen. Wer Zeit verstreichen lässt, macht sich durch schuldhaftes Verzögern selbst haftbar. Die meisten Banken haben für die Reklamation einer unberechtigten Abbuchung eine Frist von 6 Wochen nach Erhalt der Abbuchungsrechnung beziehungsweise 8 Wochen nach Zahlungsabbuchung.

Deshalb ist es besonders wichtig, die Kartenabrechnung immer gleich zu überprüfen, wenn sie eingegangen ist, um nicht aufgrund einer abgelaufenen Frist das Recht auf Rückerstattung zu verlieren. Zwar kann auch nach der Frist noch eine Stornierung angefordert werden, der Kunde hat dann aber keinen Rechtsanspruch mehr auf die Erstattung des Betrages. Informieren Sie sich immer bei der Bank, welche Fristen es in einem solchen Fall einzuhalten gibt.

Zahlung stornieren bei Kreditkarte von Direktbanken

Wer seine Kreditkarte von einer Direktbank erhalten hat, kann ebenfalls eine Rücküberweisung beantragen. Die Verwaltung des Kreditkartenkontos erfolgt online, meist wird die Abrechnung ebenfalls nur online zur Verfügung gestellt. Sie ist ebenso gründlich wie die Abrechnung in Papierform zu überprüfen, um eine nötige Rücküberweisung schnell veranlassen zu können.

Wird diese Rücküberweisung notwendig, finden sich Reklamationsformulare im Onlinebereich der Banken. Diese müssen ausgefüllt werden. Der Ablauf ist dann der gleiche, wie in der Bank vor Ort. Auch hier sollte jedoch an eine eventuell notwendige Sperrung der Kreditkarte gedacht werden.

Einen Betrag direkt zurückfordern

Bevor eine Stornierung durchgeführt wird ist es meist erforderlich, dass der Kunde eine Korrespondenz mit dem Händler vorweisen kann. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen ein Betrag ohne vorangegangene Rücksprache mit dem entsprechenden Händler zurückgefordert werden kann. Zum Beispiel wenn:

  •  Eine Hotelbuchung (o.Ä.) doppelt abgerechnet wurde
  •  Geld abgebucht wurde, dass ein Kunde am Automaten angefordert, jedoch nicht erhalten hat

Ist letzteres der Grund für die Reklamation, muss der Karteninhaber den Betrag angeben, den er abheben wollte und den, den er tatsächlich ausgezahlt bekommen hat sowie die Abbuchung vom Kreditkartenkonto.

Fazit: Schnell handeln und hartnäckig bleiben

Wann immer eine fälschliche Abbuchung auf Ihrer Kreditkartenabrechnung kenntlich wird, gilt es, schnell aktiv zu werden. Kunden sollten sich dabei immer an die Bank richten. Wer eine American Express Kreditkarte besitzt, muss sich direkt an American Express wenden, weil es sich bei diesem Unternehmen gleichzeitig um die Bank und das Kreditunternehmen handelt. Inhaber einer VISA oder MasterCard sollten sich hierfür an die Bank wenden, die die Karte herausgegeben hat.

 

Wie genau vorgegangen werden muss und welche Fristen der Kunde einhalten sollte, erfährt man immer vom Kreditkartenherausgeber – also online oder in der Filiale. Fristen sollten grundsätzlich eingehalten werden, ansonsten verliert der Kunde schnell sein Anrecht auf Zahlungsstornierung.

Wenn Ihnen der Zugang zum Stornierungsformular erschwert wird, sollten Sie unbedingt hartnäckig bleiben. Kann einem Kunden keine Selbstverschuldung wegen Fahrlässigkeit oder Verletzung der Sorgfaltspflicht nachgewiesen werden, hat er immer das Recht, eine Zahlung zu reklamieren und zurückzufordern. Grundsätzlich ist es wichtig, sich im Vorhinein über die Bedingungen des kartenherausgebenden Instituts zu informieren, um im Fall eines Falls richtig handeln zu können.

04.06.2018 | Zuletzt aktualisiert am 06.06.2019
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