Transparenz

Die Charge-Kreditkarte im Vergleich

Sie gilt als „echte“ Kreditkarte: die Charge-Kreditkarte. Sie bietet großen finanziellen Spielraum und bucht die gesammelten Umsätze zu einem bestimmten Zeitpunkt komplett ab. Doch was sind die Vor- und Nachteile der Karte und wie unterscheidet sie sich von den anderen Kreditkartentypen? In unserem Vergleich finden Sie die besten Charge-Kreditkarten!
Geschrieben von
Charlotte Ruzanski
Bearbeitet von
Sabine Zimmermann

Die besten Charge-Kreditkarten im Vergleich

DKB Visa Kreditkarte
Jahresgebühr
29,88 €
Bargeld
0 €
eff. Sollzins
8,68 %
Weltweit kostenlos Bargeld abheben
Weltweit kostenlos bezahlen
Bonus- und Reiseleistungen
Kontobindung
Keine Versicherungsleistungen
American Express PAYBACK
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
4 %
4000 Extra-Punkte
Keine Jahresgebühr
Gutes Bonussystem
Hohe Gebühren für Bargeld
Keine Reiseversicherungen
1822direkt Visa Classic
Jahresgebühr
0 €
36 € ab 2. Jahr
Bargeld
2 %
eff. Sollzins
9,65 %
kostenfreie Bargeldabhebungen im Euroraum
Kostenloses Girokonto ab einem Geldeingang von 700 €/Monat
36 € p.a. ab dem zweiten Jahr
American Express Blue Card
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
4 %
25 € Startguthaben
Keine Jahresgebühr
Mietwagen-, Restaurant-, Shopping-Angebote
Vergünstigter Priority Pass
Hohe Gebühren für Bargeld
American Express Green Card
Jahresgebühr
60 €
Bargeld
4 %
Amex Offers und Membership Rewards Programm
Kostenlos ab 9.000 € Jahresumsatz
Inklusive Reiseversicherungen
Hohe Gebühren für Bargeldabhebungen
Fremdwährungsgebühr
Commerzbank ClassicKreditkarte
Jahresgebühr
39,90 €
Bargeld
1,95 %
eff. Sollzins
12,2 %
Kostenlose Zahlungen im Euro-Raum
Flexible Rückzahlungsoptionen
Gebühren für Bargeldabhebungen
Fremdwährungsgebühren
Keine Zusatzleistungen
Kontobindung
Postbank Mastercard
Jahresgebühr
29 €
Bargeld
2,5 %
eff. Sollzins
11,27 %
Bei gleichzeitiger Beantragung des Giro plus Kontos im ersten Jahr kostenlos
5 % Reisebonus bei Buchung über Partner Urlaubsplus
Inklusive Einkaufsversicherung
Hohe Gebühren für Bargeldabhebungen
American Express BMW Card
Jahresgebühr
40 €
Bargeld
3 %
1 % Tankrabatt ohne Limit
Ab einem 4000 € Umsatz ohne Jahresgebühr
Kostenlose Auslandskrankenversicherung
Kostenlose Partnerkarte
Bargeldabhebungen immer kostenpflichtig
Essentials
  • Charge-Kreditkarten sind echte Kreditkarten, bei denen alle Umsätze gesammelt und auf einmal abgezogen werden.
  • Sie sind der in Deutschland beliebteste Kreditkartentyp, da sie Flexibilität, Transparenz und hohe Sicherheit verbinden.
  • Sie gewähren einen mehrwöchigen zinslosen Kredit ohne Verschuldungsgefahr.
  • Durch die gesammelten Abbuchungen können zudem Kosten für das Girokonto reduziert werden.
  • Charge-Karten sind schnell und einfach online zu beantragen, allerdings erfolgt eine Schufa-Abfrage.

Die Charge-Kreditkarte ist die wohl beliebteste Kreditkarte auf dem deutschen Markt. Und das aus gutem Grund, denn sie gilt neben der Revolving-Karte als „echte“ Kreditkarte. Das liegt daran, dass sie durch den Kreditrahmen einen großen finanziellen Spielraum bietet. Natürlich besitzt sie, wie alle anderen Karten, die Standardfunktionen wie Online-Banking oder Bargeldbezug weltweit und in der Eurozone. Als Premium-Variante kann sie überdies mit besonderen Zusatzleistungen wie Concierge-Service oder Zugang zu Flughafen-Lounges glänzen. Doch in ihrer Funktionsweise unterscheidet sich die Charge-Kreditkarte von den anderen Kartentypen.

Das ist die Charge-Kreditkarte

Kreditkarte Charge Cards Funktionsweise
Die Charge-Karte bietet finanzielle Flexibilität.Foto: dangrytsku / iStock

Eine Charge-Kreditkarte addiert alle mit ihr getätigten Umsätze auf ein separates Sammelkonto. Diese Summe ist dann in regelmäßigen Abständen vom Karteninhaber zu begleichen. In der Regel ist ein monatlicher Abrechnungsrhythmus vorgesehen. Alles, was Sie also mit dieser Karte in diesem Zeitraum bezahlen, sei es an einem Ladenterminal, im Internet oder durch Abhebungen am Geldautomaten, wird zusammengerechnet.

Normalerweise wird der Betrag dann von dem angegebenen Girokonto abgebucht. Manchmal ist jedoch nur eine Zahlung per Überweisung möglich. Man kann sich dies also als einen sehr kurz laufenden Kredit ohne Zinsen vorstellen.

Die Vor- und Nachteile

Die Charge-Karte ist aus gutem Grund so beliebt. Hier die aus unserer Sicht wichtigsten Vor- und Nachteile:

Vorteile
  • Bargeldlose Zahlungen
  • Bargeld abheben
  • Hohe Sicherheit und geringe Haftungssummen
  • Geringes Verschuldungsrisiko durch monatliche Abbuchungen
  • Hohe Transparenz und Übersichtlichkeit der Ausgaben
  • Ermöglicht mehrwöchigen zinslosen Kredit
  • Geringe Kosten durch gesammelte Abbuchung aller getätigten Umsätze
  • Oft schnell und einfach online zu beantragen

Nachteile
  • Keine Ratenzahlung möglich
  • Makellose Schufa notwendig

Bargeldlose Zahlungen & Abhebung von Bargeld

Wie alle Kreditkarten ermöglicht sie bargeldlosen Zahlungsverkehr offline und online sowie Abhebungen von Bargeld im In- und Ausland. Außerdem gibt es sie teilweise als kostenlose Kreditkarte oder für nur wenige Euro pro Monat – sowohl als Visa-Karte als auch als Mastercard.

Geringes Verschuldungsrisiko

Das vereinbarte monatliche Limit bildet einen vernünftigen Verfügungsrahmen, der am Einkommen und den finanziellen Verhältnissen des Kunden orientiert ist. Es ermöglicht genug Liquiditätsspielraum ohne die Gefahr der Überschuldung, da der Abrechnungsbetrag monatlich zurückzuführen ist.

Die fehlende Möglichkeit der Ratenzahlung kann als Vor- wie auch als Nachteil ausgelegt werden. Natürlich mindert die monatliche Rückzahlungspflicht ein wenig die Flexibilität. Jedoch stellt diese auch einen Schutz gegen eine mögliche Überschuldung dar, da bei Revolving-Karten oftmals neue Schulden aufgenommen werden, ehe die alten überhaupt beglichen sind.

Hohe Transparenz durch gesammelte Abbuchungen

Charge Cards Zielgruppe Kreditkarten
Bei der Charge-Karte werden alle Zahlungen gesammelt abgerechnet.Foto: fizkes / iStock

Auch die gesammelte Abbuchung aller getätigten Umsätze ist bei vielen Kontomodellen ein großer finanzieller Vorteil. Denn nicht selten hängt die Gebühr für das eigene Girokonto auch von der Anzahl der Buchungsposten ab. Wer also viel bargeldlos bezahlt, profitiert von einer einmaligen Abbuchung.

Schufa ist notwendig

Ein Nachteil der Charge-Kreditkarte ist, dass ein einwandfreier Schufa-Score in den allermeisten Fällen für den Erhalt der Karte erforderlich ist. Für Personengruppen, die dies nicht gewährleisten können, stellen allerdings Debitkarten eine gute Alternative dar.

Zielgruppe der Charge-Kreditkarte

Die Charge-Kreditkarte ist für einen großen Personenkreis das passendste Zahlungsmittel. Im Grunde kommt jeder volljährige Kunde mit guter Bonität dafür infrage. Personen, die aber zu gesteigertem Konsumverhalten neigen, wenn die Abbuchungen auf dem Konto nicht sofort ersichtlich sind, sollten eventuell prüfen, ob sich eine Prepaid- oder Debit-Kreditkarte nicht besser eignet.

Unterschiede zu anderen Kreditkartentypen

American Express Company
Es gibt einige Unterschiede zwischen Charge-Karten und anderen Kreditkartentypen.Foto: jacoblund / iStock

Wie unterscheidet sich die Charge-Kreditkarte von den anderen Kreditkartentypen? Sie bietet wie alle anderen Karten die Standard-Vorteile gegenüber der EC-Karte wie Online-Banking oder Bargeldabheben weltweit und in der Euro-Zone. Als Premium-Variante kann sie überdies besondere Zusatzleistungen wie Concierge-Service, Reise-Versicherungspaket oder Zugang zu Flughafen-Lounges bieten. Doch in ihrer Funktionsweise unterscheidet sich die Charge-Kreditkarte von Revolving-Kreditkarten oder Debitkarten.

Zum einen ist es bei einer Charge-Kreditkarte nicht möglich, die Rückzahlung der getätigten Umsätze über den vereinbarten Abrechnungszeitraum hinauszustrecken. Diese Option bietet nur die Revolving-Kreditkarte, die hierfür aber auch einen hohen effektiven Jahreszins berechnet.

Bei einer klassischen Prepaidkarte hingegen muss zunächst ein Betrag auf die Karte überwiesen werden, damit Verfügungen vorgenommen werden können. Diese Art der Karte unterscheidet sich zwar äußerlich nicht von den anderen Kreditkartentypen und kann genauso benutzt werden, ist aber im wörtlichen Sinne keine Kreditkarte, da ja kein Kredit gewährt wird.

Die Debitkarte arbeitet genauso wie die Charge-Kreditkarte mit einem monatlichen Kartenlimit, welches den Verfügungsrahmen für den Karteninhaber festlegt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass jeder einzelne getätigte Umsatz direkt vom Girokonto abgebucht wird. Eine Ansammlung von Beträgen und Abrechnung in einer Summe findet nicht statt.

Top 3 Charge-Kreditkarten

American Express Blue Card
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
4 %
25 € Startguthaben
Keine Jahresgebühr
Mietwagen-, Restaurant-, Shopping-Angebote
Vergünstigter Priority Pass
Hohe Gebühren für Bargeld
American Express PAYBACK
Jahresgebühr
0 €
Bargeld
4 %
4000 Extra-Punkte
Keine Jahresgebühr
Gutes Bonussystem
Hohe Gebühren für Bargeld
Keine Reiseversicherungen
DKB Visa Kreditkarte
Jahresgebühr
29,88 €
Bargeld
0 €
eff. Sollzins
8,68 %
Weltweit kostenlos Bargeld abheben
Weltweit kostenlos bezahlen
Bonus- und Reiseleistungen
Kontobindung
Keine Versicherungsleistungen

Beantragung der Charge-Kreditkarte

Die Beantragung einer Charge-Kreditkarte unterscheidet sich im Grunde nicht von dem Vorgehen bei anderen Karten. Notwendig ist immer eine persönliche Legitimation. Diese wird bei einer Filialbank mittels Vorlage von Personalausweis oder Reisepass sichergestellt. Bei Online-Banken kommen hierfür das Post-Ident-Verfahren sowie das Video-Ident-Verfahren infrage.

Zusätzlich wird bei diesen sogenannten „echten Kreditkarten“ eine Schufa-Abfrage durchgeführt. Die Schufa-Prüfung gibt Auskunft über die Bonität des Kunden und entscheidet maßgeblich darüber, ob eine dementsprechende Karte ausgestellt wird.

Unser Fazit

Kreditkarte ohne Girokonto
Charge-Karte ja oder nein?Foto: alexialex / iStock

Die Charge-Kreditkarten haben wie alle Kartenarten ihre Vor- und Nachteile, doch gibt es nicht viel, was gegen sie spricht.

Charge-Kreditkarten wie beispielsweise die DKB-Visa-Card bieten in jedem Fall einen sehr ausgewogenen Mix aus Flexibilität und Transparenz. Versteckte Kostenfallen sind aufgrund der regelmäßigen Abrechnungen nicht zu erwarten.

Dass bei der Charge-Karte keine Ratenzahlung möglich ist, werten manche als Nachteil, andere als Vorteil.

Beachten Sie vor Beantragung auch, dass für gewöhnlich eine Schufa-Prüfung stattfindet, weshalb nur Menschen mit guter Bonität an eine Charge-Karte kommen.

Für die allermeisten Kunden würden wir zur Beantragung einer Charge-Kreditkarte raten, da sich diese am meisten am Markt bewährt hat und eine einfache und transparente Handhabung ermöglicht. In unserem Kreditkarten-Vergleich finden Sie eine große Auswahl an Charge-Kreditkarten mit und ohne Kontobindung.

FAQ – Häufige Fragen

Eine Charge-Kreditkarte ist eine der herkömmlichsten Kreditkartentypen, bei der ein monatlicher Verfügungsrahmen gewährt wird. Die Umsätze, die Sie in dieser Zeit tätigen, werden zum Monatsende zusammengefasst und entweder von Ihrem Referenzkonto abgebucht oder Ihnen wird eine Rechnung ausgestellt.

Charge-Kreditkarten bieten also finanzielle Flexibilität, die Rückzahlungsmethoden sind dafür etwas eingeschränkt. Charge Cards können von Visa, Mastercard oder Amex ausgestellt werden und sind an allen Kreditkarten-Akzeptanzstellen verwendbar.

Der größte Unterschied zwischen einer Charge-Kreditkarte und einer revolvierenden Kreditkarte ist die Flexibilität bei der Rückzahlung. Mit Revolving-Kreditkarten ist nicht nur die monatliche, gesammelte Rückzahlung möglich, sondern auch Teilzahlung ist eine Option. Das ist besonders für einmalige, hohe Ausgaben ein großer Pluspunkt.

Die Banken gewähren bei beiden Karten ein zinsfreies Zahlungsziel, bei Revolving-Kreditkarten fallen die Zinsen dann ab dem Zeitpunkt an, zu dem die Ratenzahlung beginnt. Die Mindesthöhe der Rate ist oft festgelegt, und diese Rückzahlungsart kann besonders dann teuer werden, wenn der Verfügungsrahmen häufig ausgeschöpft wird. Letztlich kann man also nicht pauschal sagen, welche Karte besser ist, da das auf die Bedürfnisse des Verbrauchers ankommt.

Charge-Kreditkarten bieten eine Vielzahl an Vorteilen:

  • Bargeldlose Zahlungen
  • Bargeld abheben
  • Hohe Sicherheit und geringe Haftungssummen
  • Geringes Verschuldungsrisiko
  • Hohe Transparenz und Übersichtlichkeit der Ausgaben
  • Mehrwöchiger zinsloser Kredit
  • Geringe Kosten durch gesammelte Abbuchung aller getätigten Umsätze
  • Oft schnell und einfach online zu beantragen
Über die Autorin
Charlotte Ruzanski Charlotte Ruzanski ist eine erfahrene Finanzredakteurin und seit 2013 ein Kernmitglied des Teams von kreditkarte24.de. Mit einem scharfen Blick für Details führt sie tiefgehende Recherchen...
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