Kreditkartenbetrug - So gehen die Betrüger vor und so können Sie sich schützen
Kreditkarten als beliebtes Zahlungsmittel erleichtern den alltäglichen Zahlungsverkehr ungemein und bieten Inhabern ein hohes Maß an Flexibilität. Doch mit einer Kreditkarte kommt bei vielen Nutzern auch die Angst, bestohlen zu werden. Mit einer Kreditkarte tragen Sie jedoch ein sehr sicheres Zahlungsmittel bei sich - wenn Sie bewusst und nicht fahrlässig damit umgehen. In diesem Artikel lesen Sie alles über Betrugsmöglichkeiten und wie die Bank und Sie selbst sich dagegen schützen.
von Charlotte Ruzanski
Der richtige Schutz vor Kreditkartenbetrug - darauf sollten Sie achten
Der richtige Schutz vor Kreditkartenbetrug - darauf sollten Sie achten
© psisa / iStock

Aktuelle Statistiken der Europäischen Zentralbank weisen aus, dass seit 2012 steigende Zahlen bei den Fällen von Kreditkartenbetrug zu verzeichnen sind. Im Jahr 2012 betrug der insgesamt im Zuständigkeitsbereich der Europäischen Zentralbank angerichtete Schaden rund 1,33 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt liegt bei Delikten, bei denen die Möglichkeiten des Internets ausgenutzt werden. Etwa 60 % der kompletten Schadenssumme fallen auf diesen Bereich.

Das Wichtigste im Überblick
  • Kreditkarten erfüllen sehr hohe Sicherheitsstandards
  • Karteninhaber können sich durch richtiges Verhalten vor Betrug schützen
  • Bei Verdacht auf Betrug sollte die Kreditkarte umgehend gesperrt werden
  • Prepaid Karten sind besonders sicher
  • Ein minimierter Kreditrahmen senkt das Risiko

Ein Viertel der Schadenssumme entstand bei Betrügereien im Zusammenhang mit dem Bezahlvorgang direkt in den Geschäften. Der Rest entfällt auf betrügerische Abhebungen am Geldautomaten. Bei allen Straftaten wird ausgenutzt, dass mit Ausnahme der Prepaid-Kreditkarten auch ein mit der Bank vereinbarter Rahmen für einen Kredit ausgelastet werden kann.

Auf welcher Rechtsgrundlage wird Kreditkartenbetrug geahndet?

Kreditkartenmissbrauch ist im deutschen Strafrecht in den Paragrafen 152 und 266 erfasst. Je nach Schwere des Delikts sind Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren möglich. Bei der Bemessung des Strafmaßes kommt es auch darauf an, mit welcher Raffinesse der Täter den Kredit des Karteninhabers ausgenutzt hat.

Wer einen Kreditkartenbetrug dadurch begünstigt hat, dass er seine Karte mit dem Kredit einem Dritten überlassen hat, braucht auf eine hohe Strafe und einen Schadenersatz nicht zu hoffen, da ein solches Verhalten als grobe Fahrlässigkeit bewertet wird.

Welche Vorgehensweisen werden bei Kreditkartenbetrug angewendet?

Um sich den Kredit eines Karteninhabers nutzbar zu machen, wenden die Täter verschiedene Tricks an. Die Tendenz bei Kreditkartenbetrug über manipulierte Kartenlesegeräte (Skimming) ist steigend. Viele Karteninhaber verschaffen Kriminellen auch Zugriff zu ihrem persönlichen Kredit, indem sie auf betrügerische Mails oder Anrufe hereinfallen, in denen mit verschiedenen Begründungen um die Angabe der Kreditkartendaten gebeten wird.

Auch gehackte Datenbanken von Mailprovidern und Online-Händlern stellen eine echte Gefahr dafür dar, dass der Kredit einer Karte von unberechtigten Dritten missbraucht wird. Neuerdings werden bei den kriminellen Gruppen auch technische Hilfsmittel für die Herstellung gefälschter Kreditkarten angewendet. Dazu gehören der Luhn-Algorithmus sowie die Brute-Force-Methode.

Sicherheitsmaßnahmen bei Kreditkarten

Bei Kreditkartenbetrug Sperr-Notruf wählen
Kreditkarten sind auch für den Online-Einkauf in aller Regel ein sicheres Zahlungsmittel.
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Damit Kreditkarten ein hohes Maß an Sicherheit garantieren können, sind sie mit zahlreichen Sicherheitseinstellungen ausgestattet. Hierzu gehört zunächst einmal die 16-stellige Kreditkartennummer, die bei allen Transaktionen angegeben werden muss. Hinzu kommt das Gültigkeitsdatum, dass ebenfalls bei bestimmten Bezahl- oder Abbuchungsvorgängen erforderlich ist. Für Bezahlungen in Geschäften oder Cafés ist entweder eine Unterschrift oder die Eingabe der PIN Nummer nötig, um die Kreditkarte zu verwenden. Die Sicherheit durch die PIN ist allerdings nur so lange gegeben, wie der Karteninhaber sie für sich behält und weder an Dritte weitergibt, noch aufgeschrieben im Geldbeutel aufbewahrt.

Auch die Hochprägung, die mittlerweile schon viele Kreditkarten haben, sowie die dreistellige Prüfziffer sorgen für mehr Sicherheit im Umgang mit der Kreditkarte. Neben den Sicherheitsvorkehrungen, die in die Kreditkarte eingeschrieben sind, ist es genauso wichtig, dass Karteninhaber bewusst und nicht fahrlässig mit der Kreditkarte umgehen. Um das Sicherheitsmaß Ihrer Kreditkarte möglichst hoch zu halten, sollten Sie sich an folgende Tipps halten.

Wie lässt sich Kreditkartenbetrug verhindern?

Zuerst einmal sollte die Kreditkarte keinem Dritten ausgehändigt werden. Selbst beim Bezahlen im Hotel und in Geschäften sollte genau aufgepasst werden, was der Portier oder Kassierer mit der eigenen Kreditkarte macht. Geht eine Kreditkarte verloren oder wird gestohlen, sollte sie zur Prävention gegen möglichen Kreditkartenbetrug so schnell wie möglich gesperrt werden. Dafür gibt es zentrale Hotlines, über die auch EC-Karten gesperrt werden können.

Wer auf Nummer sicher gehen will und das Risiko auf ein Minimum reduzieren möchte, verwendet eine Prepaid-Kreditkarte ohne ergänzenden Kredit. Dann können Betrüger höchstens den Betrag ausgeben, der auf der Karte aufgeladen ist. Doch auch für andere Kreditkarten kann mit der herausgebenden Bank ein Limit für Barabhebungen, einzelne Bezahlvorgänge oder einen maximalen Umsatz pro Tag eingerichtet werden. Bezahlungen beim Internet-Einkauf sollten mit der Kreditkarte nur bei Shops vorgenommen werden, die mit sicheren und zertifizierten SSL-Verschlüsselung arbeiten. Der verwendete Computer bzw. das Smartphone sollten noch dazu einen aktuellen Virenschutz haben.

Tipps zum Schutz vor Kreditkartenbetrug

  1. Unterschreiben Sie Ihre neue Kreditkarte
    direkt nach Erhalt, damit sie nicht von Dritten genutzt werden kann.
  2. Bewahren Sie Ihre Kreditkarte immer sicher auf.
    Haben Sie vor allem in großen Menschenmengen immer ein Auge, oder noch besser eine Hand auf Ihrem Portemonnaie.
  3. Schreiben Sie die PIN niemals auf.
    Versuchen Sie, sich die Nummer einzuprägen und sämtliche Aufschriebe, die die PIN enthalten, zu vernichten. Bewahren Sie die aufgeschriebene PIN unter keinen Umständen im Geldbeutel oder in der Nähe der Kreditkarte auf. Dieses Verhalten gilt als grob fahrlässig und Sie verlieren sehr wahrscheinlich Ihren Anspruch auf Entschädigung.
  4. Sperren Sie Ihre Kreditkarte bei Verlust oder Diebstahl sofort.
    Am besten speichern Sie sich die Telefonnummer zur Kartensperrung direkt im Handy. Nur bei rechtzeitiger Meldung wird die Haftung begrenzt. Der zentrale Sperr-Notruf ist die Nummer 116 116.
  5. Behalten Sie Ihre Kreditkarte immer im Blick.
    Achten Sie darauf, dass Verkäufer Ihre Kreditkarte nicht ungeachtet auslesen. Nehmen Sie bestenfalls auch die Zahlungsbelege der Kreditkarte immer mit, da die Kartendaten darauf ebenfalls für Betrug genutzt werden können.
  6. Bezahlen Sie im Internet nur bei gesicherten Verbindungen.
    Sichere Internetseiten, die die Verbindung mittels SSL verschlüsseln, erkennen Sie am „https://“ in der Adressleiste vor der Internetadresse.
  7. Prüfen Sie Kreditkartenabrechnungen und Kontoauszüge sorgfältig.
    Wenn Ihnen Abbuchungen auffallen, die Sie nicht autorisiert haben, informieren Sie sofort die Bank. Diese kann Abbuchungen stornieren und zurückbuchen.
  8. Geben Sie Ihre Kreditkarte nie als Pfand.
    Hierfür eignen sich stattdessen beispielsweise Personalausweis oder Führerschein.
  9. Minimieren Sie den Verfügungsrahmen der Kreditkarte.
    Prüfen Sie, ob Sie den aktuellen Kreditrahmen Ihrer Karte tatsächlich benötigen. Wenn nicht, setzen Sie diesen niedriger an, um den Schaden im Fall eines Missbrauchs zu reduzieren.
  10. Gehen Sie sensibel mit Ihren Zahlungsdaten um.
    Achten Sie darauf, dass Ihre Zahlungsdaten offline sowie online nicht jedem zugänglich sind. Je mehr, eventuell auch unseriösen, Anbietern Sie Ihre Daten zukommen lassen, umso größer wird das Risiko eines Betrugs.

Fazit

Kreditkartenbetrug vorbeugen
Trotz des Risikos eines Betrug ist die Kreditkarte ein sehr sicheres Zahlungsmittel.
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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kreditkarteninhaber durch den Umgang mit der Kreditkarte über das Maß an Sicherheit entscheidet. Zwar sind von Seiten der Kreditkartenherausgeber bereits sehr hohe Sicherheitsstandards angesetzt, diese werden jedoch durch eine verantwortungsbewusste Handhabung von Seiten des Kunden ergänzt. Wer grob fahrlässig handelt und die eigene Kreditkarte aus der Hand gibt oder die PIN an Dritte weitergibt, verliert den Anspruch auf Schadenserstattung und muss selbst für den entstandenen Verlust aufkommen. Wenn jedoch bewusst und verantwortungsvoll mit der Kreditkarte umgegangen wird, ist diese eines der sichersten Zahlungsmittel, das Sie bei sich tragen können.

Häufige Fragen

Opfer von Datenmissbrauch wird man in den meisten Fällen nicht aufgrund von mangelnder Vorsicht. Wenn man beispielsweise von einem Datenleck betroffen ist, helfen auch die besten Präventionsmaßnahmen nicht. Man kann höchstens darauf achten, seine Daten nicht allzu freigiebig im Netz anzugeben, da die Wahrscheinlichkeit, von einem Hackerangriff betroffen zu sein, dann nicht so groß ist. Das ist in unserer digitalisierten Welt natürlich nicht mehr so einfach wie früher. Sonst gelten natürlich die üblichen Regeln – Kreditkarte nie zusammen mit der Geheimzahl aufbewahren oder diese sogar auf der Karte notieren, die monatliche Abrechnung nach Unregelmäßigkeiten durchsuchen und nur in zertifizierten Shops Online-Käufe tätigen.

Wenn Sie von Kreditkartenbetrug betroffen sind, ist das zwar enorm ärgerlich – aber kein Grund zur Panik. Als erstes sperren Sie sofort Ihre Karte über den Sperr-Notruf. Wenn das unverzüglich erfolgt, gibt es nämlich später mit dem Kreditkarteninstitut auch keine Unklarheiten bezüglich der Haftung. Falls Ihre Karte gestohlen wurde, sollten Sie den Diebstahl auf jeden Fall anzeigen. Anschließend kümmern Sie sich um die Rückbuchung der gestohlenen Beträge, falls unrechtmäßige Buchungen auf Ihrem Konto stattgefunden haben. Dazu nehmen Sie am besten Kontakt mit dem Kreditkartenherausgeber auf.

In der Regel nicht. Der maximale Betrag, für den Kunden im Betrugsfall haften, schwankt je nach Bank zwischen 50 und 150 Euro. Viele Banken haben diesen Betrag aus Kulanz aber sehr niedrig angesetzt oder verzichten im Betrugsfall komplett auf die Haftung durch den Kunden, solange dieser nicht grob fahrlässig oder betrügerisch gehandelt hat. Wenn Sie den Betrug also sofort melden und die Karte sperren lassen, zahlen Sie in den meisten Fällen gar nichts.

Betrüger verwenden heutzutage viele Methoden, um an sensible Daten anderer Menschen zu kommen. In vielen Fällen werden Phishing E-Mails versandt, die mit Viren im Anhang versehen sind. Manchmal werden User auch durch eine E-Mail auf eine Website umgeleitet, wo Sie dann Ihre Daten eingeben sollen. Diese Seiten sind oft nach dem Vorbild bekannter Websites gebaut, um den Betrug zu kaschieren. Andere Methoden des Kreditkartenbetrugs:

  • Hacker greifen Datenbanken an und Ihre Daten sind unter denen, die geleakt werden
  • Sie verlieren Ihre Kreditkarte oder Sie wird Ihnen gestohlen
Über die Autorin
Charlotte Ruzanski
Charlotte Ruzanski hat nach ihrem Bachelor-Studium der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft / Skandinavistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau im Sommersemester 2013 ihren Master der allgemeinen Sprachwissenschaft abgeschlossen. Seit Oktober 2013 ist sie Teil der Redaktion der qmedia GmbH.
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